Monatsgedicht

Hier finden sich – monatlich aktualisiert – Gedichte,  fallweise auch Prosawerke.


Monatsgedicht März 2019 :

 

Da Lenz kimmb jetzt

Jetzt kimmb sie wiederum, die Zeit,
wou olle in die Gärtn schwärmen.
Die Sunn locht woarm vom Himml heut,
und rundum hearst scha Kinder lärmen.

Im Park, durt bei die dickn Fichtn,
san olle Bänk mit Leut besetzt.
Und sou, wia die si’s gmiatlich richtn,
erfåsst ma glei: da Lenz kimmb jetzt!

Von d’ Bam, do zwitschern Vögl durch d’ Äst,
da Flieder schickt gelindn Duft,
im Weiher quakn Frösch zum Fest,
da Zeck, der springt mi ån, der Schuft!

Am Åbnd, wos mi jetzt wirkli gfreut,
bleib’s jetzt scha immer länger liacht.
Vorbei die Zeit, wou ma die Leut
vermummt in Wintermäntl siacht!

Die erstn Wåndrer kemmen z’wegn,
månch Radler kimmb um d’Eckn gwetzt.
I sog’s jo, rundum kånn ma’s sehgn:
es wåcht olls auf, da Lenz kimmb jetzt!

© Maximilian Unger

 


 

Monatsgedicht Februar 2019 - wieder einmal ein standardsprachliches Gedicht:

Das Glück braucht auch mal Pause

Es meint der Mensch, das Privileg
Glück zu haben, sollt beharrlich
säumen seinen Lebensweg!
Absurd ist dieses Sinnen, wahrlich!

Nun mache man mir doch nicht weis:
Glück zu haben sei am End
nur, wenn ich's an der Seite weiß
(und dies womöglich permanent)!

Glücklich sein ist Teil des Lebens,
das Gegenteil ist’s aber auch!
Das stete Glück sucht man vergebens!
Das stete Unglück aber auch!

Glück und Unglück sind zwei Seiten!
Das Glück allein wär Diktatur!
Es gibt auch manchmal Trauerzeiten,
man kann nicht immer lächeln nur!

Drum: lechze nicht nach Harmonie,
nimm hin auch manchmal den Kontrast!
Ein dauerhaftes Heil gibt’s nie,
das Glück braucht schließlich auch mal Rast!

 

© Maximilian Unger

 

 


 

Monatsgedicht Jänner 2019 - Kategorie heitere Mundart :

 

Silvesterpunsch
(nach einer Idee von Lene Voigt)

Gegn zehni herum sans nou ålle normal,
do drängen sie eini ins Silvesterlokal.
Um ölfi wird måncher scha gliadi im Gsicht,
sou wia des beim Punschtrinkn meistns holt gschiecht!
Um zwölfe brülln's olle dånn "Prosit Neujoahr!"
Do woggln und lispln dabei schon a poar!
Um oans sehgn die meistn scha dopplt die Wölt,
und trotzdem wird Runde um Runde bestöllt.
Um zwoa rutscht sou måncher scha schlaff untern Tisch.
Und nebmån a Kumpl, der fühlt si’ nou frisch!
Es is’ mit’n Alkohol ebm murds a Gfrett:
’n Oan, den hauts um, ’n Ånderen net!

© Maximilian Unger



Weitere Werke, Lyrik und Prosa – heiter wie auch tiefgründig, finden sich in meinen diversen Publikationen! Siehe hier!