Beitrag Juni 2026
Löcher im Käse
Da Franzi sitzt am Esstisch drån,
vor iahm a Jausnbrett.
Er fång a glei zan raunzn ån:
„Den Käs, den mog i net!“
Die Mami streicht iahm über d’ Stirn
und moant mit ruh’ger Stimm:
„Der Käs is guat. Tua holt probiern.
Hiatz greif doch zua und nimm!“
Da Franzi aber bleibt gånz stur,
und sogt, worum’s iahm geht:
„I mog“, so mault der kloane Bua,
„im Käs die Löcher net!“
Die Mami, milde läch’lnd drauf
kånn Franzis Trotz besiegn:
„Na, iss holt dånn den Käse auf,
und loss die Löcher liegn!“
© Maximilian Unger
Beitrag Mai 2026
Haxnweh åltersbedingt
Hiatz leid i schon seit vierzehn Tog:
da rechte Haxn mocht mir Plog!
Die gånze Zeit ’manåndergfrettet,
mål Fuaß hochg’lågert, mål woach bettet.
Bis gestern! Do woar’s mir dånn z’ oarg:
bin hin zum Doktor, hobm iahm zoag
mein wehchn Fuaß und hob dabei
iahm g’klagt, wie groß der Schmerz scha sei.
Mei Årzt – seit gestern is’ mir kloar
– is net mehr der, der er mål woar:
z’erscht hot er si mei Knia ångschaut,
dånn mit’n Håmmer aufighaut.
Drauf kimmb er mit der Diagnose:
is olls in Ordnung in der Chose!
Der Schmerz im rechtn Haxn sei
dem Ålter zuzuschreibm dabei.
Wås is’n in den einigfoahrn?
Die Diagnose is a Schmoarrn!
Da linke Haxn, des is fix,
is gleich ålt, aber der hot nix!
© Maximilian Unger
Beitrag April 2026
Heißes Wasser
I bin a Vifzack! Losst’s euch sogn!
Hobts a Problem, brauchts mi nur frogn!
Is beispülsweis da Wurm wou drin,
dånn schauts holt oanfoch, wou i bin
und frogts mi, wal im Fåll des Fålles
woaß i Vifzack wirklich ålles!
Doch net nur, dass i geistreich wa’,
recht spoarsåm bin i zudem ah:
i nutz bei mir dahoam im Haus
Ressourcen ständig restlos aus!
Zum Beispül: in da Kuchl drübm
is hoaßes Wossa übrig bliebm.
Normalerweis’ is’ garantiert,
dass kurzerhand des weggschütt’ wird!
Seit heut moch i des aber nimmer,
wal hoaßes Wossa braucht ma immer!
Des sullt zur Hånd ah immer sein!
Drum frier i’s hoaße Wossa ein!
© Maximilian Unger
Beitrag März 2026
Ich stelle die Welt leise
Ihr wähnt mich gar einsam, ihr wähnt mich allein?
Das bin ich bei Gott nicht. Die Antwort ist NEIN!
Ich bin bloß zugange in jenem Moment,
in dem ich der Welt, so wie ihr sie kennt,
die Lautstärke nehme. Ich stelle sie leise!
Entbehrliches stiehlt sich auf diese Weise
hinweg und macht den Weg mir frei,
mich selbst zu hör’n und zu seh’n, wer ich sei.
Ich hör in mein Inneres, in jenen Raum,
den niemand kennt, ich selber kaum!
In dieser Stille des Raums kann ich sehn,
wo Heilung und wahre Stärke entstehn.
Zudem gewahre ich tief in mir drin,
ohne Wertung von außen, wer ich wirklich bin.
© Maximilian Unger
inspiriert durch ein Zitat von Leyon Brava
Beitrag Februar 2026
Weil der Februar der kürzeste Monat ist, gibt’s diesmal ein kurzes Gedicht in Form eines Vierzeilers!:
Je älter, desto …
Erschreckend zur Erkenntnis wird
– auf dass ich es erwähne – :
Je älter heut’ der Mensch nun wird,
desto teurer werd’n die Zähne!
© Maximilian Unger
Weil i so guat drauf bin, gibt’s an Bonus-Vierzeiler in Mundart:
I hob a Glück mit meinem Gֹwicht
I sog dir oans, du glabst es nicht,
i hob a Glück mit meinem G’wicht:
Kaum dass i wos verlier davon,
find i’s im Kühlschrånk wieder ån.
© Maximilian Unger
Weitere Werke, Lyrik und Prosa – heiter wie auch tiefgründig, finden sich in meinen diversen Publikationen! Siehe hier!
