Monatsgedicht

Hier finden sich – monatlich aktualisiert – Gedichte,  fallweise auch Prosawerke.


Monatsgedicht September:

(P.B.: verfasst als erstes von etlichen Werken während der Reha im August).

 

Abendgesang

 

Rotentflammt zeigt sich die Sonne

tief am Himmelsrande nun.

Ich besing‘ mit großer Wonne

dieses wundervolle Tun.

 

Lug ich seitlich hin zum Walde,

lässt der Mond sich zart schon sehn.

Blass bescheint er schon die Halde,

sieht die Sonne untergehn.

 

In den Wolken reflektierend

glüht der Sonne dunkles Rot,

letztes Licht mahnt, sich verirrend:

bald schon folgt des Tages Tod.

 

Auf die Auen senkt sich Stille,

Vogelsang find‘ nun sein End,

einsam geigt noch eine Grille

und die Käferschar, sie rennt.

 

Ruhe schwängert nun die Auen,

Sänger richten sich’s Gefieder,

einmal noch ins Mondlicht schauen,

schließlich sinkt das Köpfchen nieder.

 

Während Uhu nun erwacht,

schwirren Fledermäuse aus.

Freude an der stillen Nacht

steht der Nachtigall ins Haus.

 

Doch auch ich empfinde hier

Hochgefühl, Glückseligkeit.

Es gewährt die Stille mir

Andacht in der Einsamkeit.

 

An dem Ufer weilend schau ich

in den mondlichtglatten Teich,

meiner Seele ist‘s gedeihlich.

Ich fühl mich beschenkt so reich.

 

© Maximilian Unger, 2019



Weitere Werke, Lyrik und Prosa – heiter wie auch tiefgründig, finden sich in meinen diversen Publikationen! Siehe hier!