Monatsgedicht

Hier finden sich – monatlich aktualisiert – Gedichte,  fallweise auch Prosawerke.


Monatsgedicht Februar

 

Diesmal mag ich einige von euch etwas verwirren, denn es finden sich im Gedicht einige Ausdrücke, die nur sogenannten "Sassen" bekannt sind. Wer nun wieder wissen will, was "Sassen" sind, der möge in der Seite"Links" jene anklicken, die auf Schlaraffia verweisen (z.B.: Allschlaraffia).

 

Für jene, die das nicht weiter interessiert, füge ich im Anschluss an die  folgenden Zeilen meiner Fechsung (eine Fechsung ist ein Vortrag selbstverfasster Werke) zumindest die Erklärung für hier vorkommende Seltsamkeiten an.

 

 

Wenn einer eine Reise tut

 

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.

In diesem Sinne mag ich euch heut dazu Kunde geben:

Ich reiste weit (es hat auf mich die Schilcherburg1) gewartet)

und hatte mir zu dem Behuf das Funkenross2) gestartet

(Funkenross ist hier korrekt, es fährt mein Ross elektrisch,

doch wie ihr bald erfahren werdet: ’s wurde folgend hektisch).

 

Nun denn, das Ross, es stand im Stall3), ich nahm es in Betrieb,

doch was ich dann am Display sah, das war mir gar nicht lieb:

Der Bildschirm gab mir misslich kund: es ist das Futter4) karg,

zehn Kilometer reicht es noch. Dies traf mich nunmehr arg.

Ich hatt' vergessen, aufzuladen, der Akku war fast leer,

ich schaff die dreißig Kilometer nach Lannach nun nicht mehr.

 

Ich klaubte rasch das Ladekabel aus dem Kofferraum

steckt’s an geschwind an d’ Schnellstation. Voll wird der Akku kaum,

ich hab ja nicht die Zeit dazu, zu warten nun drei Stunden,

inzwischen hätt die Sippung5) ja bereits ein End gefunden.

So ließ ich eine halbe Stund’ den Strom durchs Kabel fließen,

dann war ich, mangels Zeit gewillt, das Laden zu beschließen.

Dreißig Kilometer reicht’s, bezeugte nun der Text.

Das passt, denk ich, da komm ich durch, doch leider war’s verhext.

 

Der Tunnel, der in Voitsberg harrt auf seine Renovierung,

der war gesperrt! Ich räsonierte auf die Stadtregierung.

Nun denn, ich musste rundherum, die Ausweichstrecke fahren,

der Tacho offenbarte, dass ’s fünf Kilometer waren.

 

Bald merkte ich, ich komm zu spät, ich schaff es nunmehr kaum.

Da kam die nächste Kümmernis: Im Weg lag quer ein Baum!

Der Sturm hat diesen umgeschmissen. Die Feuerwehr erklärt,

dass man am besten umkehrt und dann übern Hügel fährt.

 

Ich drehte um und fuhr ein Stück des selben Wegs retour,

dann kam ich zum Umfahrungsweg, den ich dann rasch befuhr.

Am Gipfel oben angekommen, bekundet mir ein Ton:

des Akkus Ladung neigt sich Richtung Speicherende schon.

 

Im Tale, stromlos strandend, fand ich GottseiDank ein Haus,

dort lieh ich mir zehn Kilowatt zur Weiterreise aus.

Dann setzte ich die Reise fort und kam schlussendlich dann

trotz aller Unbill endlich doch in Monte Lunach6) an.

Doch als ich nun vom Sattelplatz7) zur Burg mich wollt bewegen,

da kamen mir die Sassen8)  aus der Sippung schon entgegen.

 

Was lernt der Sasse nun daraus? Was sagt der Weisheit Mutter?:

Es braucht das beste Funkenross genauso auch sein Futter!

 

© Maximilian Unger, Sippung 20.01.a.U.161 (2020)

 

 

1) Schilcherburg nennt sich jene Räumlichkeit, die uns zur Zusammenkunft dient

2) Eigentlich: "Stinkross". So bezeichnen Schlaraffen das Auto (ich schreibe hier von einem E-Auto und habe zu diesem Behufe das Wort "Funkenross" kreiert.)

3) Garage

4) hier ist die Stromladung des Akkus gemeint

5) Sippungen sind Zusammenkünfte nach festgelegtem Zeremoniell 

6) Monte Lunach ist die Benennung der Schilcherburg 

7) Sattelplatz steht für Parkplatz 

8) Sassen sind die Mitglieder Schlaraffias

 

Mehr über Schlaraffia – wie oben bereits erwähnt – unter "LINKS"

 

Hier ein Foto, das mich an der Rostra (Redepult) zeigt, während ich eine Fechsung anlässlich unserer 1000sten Sippung vortrage.



Weitere Werke, Lyrik und Prosa – heiter wie auch tiefgründig, finden sich in meinen diversen Publikationen! Siehe hier!