Monatsgedicht

Hier finden sich – monatlich aktualisiert – Gedichte,  fallweise auch Prosawerke.


Monatsgedicht September

 

Peterer-Riegl

 

Vom Sålzstieglhaus, do bin i los

(i woar aloa an dem Tåg bloß).

I triff oan, der grod losgâng’ is,

der woar koa Bergfex, des is gwiss:

Denn wer am Berg wüll aufikralln,

braucht feste Schuah, und net Sandal‘n!

I red iahm ån: „Des is net gscheit,

der Weg is stoanig und ah weit!

Und außerdem – des sog i glei

– du host koan Rucksåck net dabei,

wos mochst’n, wenn auf d’ Schneid dånn gach

a Waschler kimb? Heast, des wird zach,

wennst ohne Regnschutz do marschierst

und noss bis auf die Knochn wirst.“

 

Sei’ Åntwort mocht mir aber kloar,

dass wirkungslos mein Predigt woar:

„Des mocht mir nix, i brauch des net,

des Rucksåckschleppm is mir z’bled!

Brauch ah koa Flaschl mit, für’n Durscht,

und wenn i noss wia, is’ ma wurscht!“

I hob’s dånn aufgebm, bring’ eh nix,

und bin dånn losmarschiert recht fix.

Mir hinterher, des hob i gwisst,

als „Schåttn“ der Sandal’n-Tourist.

Z’erscht durch an Wåld und über Wiesn

woar’s eh nou net sou zan verdriesn,

doch dånn, in Richtung Amering,

mit iahm im Schlepptau, woar’s a Ding:

Er hatscht nur leidend übern Roa

und jammert über jed’n Stoa

(er siehgt ah nur des Stoanazeug

und net die Schönheit nebman Steig).

Zum Pet’rer-Riegl biag i dånn o’,

d’rob woar mei Anhängs’l recht froh,

wal ’s is a bissl åblwärts gången.

Kurz hot er si’ zan gfreun ångfången.

Durch ’n Hain, gesäumt von Latschn,

do woar er recht guat drauf beim Hatschn.

Doch dånn hot’s gach zum steig’n ångfången,

und do, beim Aufstieg, bei dem lången,

do woar er wieder deprimiert,

wal hiatz der Weg nur aufwärts führt.

Der Peterer Sått’l – woaß a jeder

– håt über 1700 Meter!

Do kemmen uns entgegn, a poar!

Mei’ Schåttn, der verzweiflt woar,

der siehgt sei’ Chance, und frogt die Leut:

„is’ bis zum Gipflkreuz nou weit?“

Er woart’ die Åntwort goar net o’

und moant: „i warad wirkli froh,

wenn i mit euch hiatz zruckgehn könnt,

i bin mit meiner Kråft am End“.

Sie hot iahm mit’gnomm’, die Partie.

Und ohne Schåttn bin dånn i

den Peterer-Riegl empormarschiert.

Mit jedem Höhenmeter wird

die Aussicht schöner. Dånn, gånz obm

derf i den schönen Rundblick lobm.

An Blick nåch Kärntn host zur Hånd

und großteils ah ins Steirerlånd.

Wal’s Wetter grod a kloares woar,

siehg i die Dåchsteinwänd sogoar!

 

Der schöne Rundblick und entlång

die Ålmrauschfelder drunt am Hång

bleibt nur Vernünft’gen vorbehåltn,

die die Sandal’n dahoam behåltn!

  

© Maximilian Unger 



Weitere Werke, Lyrik und Prosa – heiter wie auch tiefgründig, finden sich in meinen diversen Publikationen! Siehe hier!